Kontakt

Jugendmigrationsdienst
Caritasverband
Nordhessen-Kassel e.V.
Die Freiheit 2
34117 Kassel



Jugendmigrationsdienst - Fachdienst und Beratungsstelle für junge Zuwanderer im Alter bis zum 27. Lebensjahr.
 

Ansprechpartner

Ralf Hardes


Einen (älteren) Beitrag für das 'neue-Caritas-Jahrbuch 2005'
zur Begleitung der Deutschintensivklassen durch den JMD
können Sie sich hier herunterladen (PDF)
.

Sozialpädagogische Begleitung der Deutschintensivklassen
an der Georg-August-Zinn-Europaschule


Neben den regulären Beratungsdienstleistungen und vielfältigen anderen Angeboten übernimmt der Jugendmigrationsdienst ein- bis zweimal wöchentlich die sozialpädagogische Förderung und soziokulturelle Betreuung der beiden Deutsch-Intensiv-Klassen IK1 und IK2 der Kasseler Georg-August-Zinn-Schule (GAZ), welche zugleich Europa-Schule ist. Schon das Jugendgemeinschaftswerk des Caritasverbandes übernahm diese Aufgabe seit rund zwei Jahrzehnten. Die GAZ bietet speziell für neu zugewanderte Kinder (IK1) und Jugendliche (IK2) - welche nur über geringe oder gar keine Deutschkenntnisse verfügen - dieses besondere Fördersystem im Klassenverband an, in denen die noch schulpflichtigen jungen Menschen solange spezifisch beschult werden, bis sie sich genügend deutsche Sprachfertigkeiten und -Kompetenzen angeeignet haben, um in eine alters- und leistungsgerechte Regelklasse versetzt werden zu können.

Ziel der Begleitung durch den JMD ist es, den jungen Neubürgern die deutsche Gesellschaft und Kultur mit einem vielfältigen Programm näher zu bringen und ihnen somit die Integration in die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland zu erleichtern. Als Teil des Stundenplans der Schüler, ist der Jugendmigrationsdienst mit seinem Angebot jeden Donnerstag ab der 5. Schulstunde in der Schule. Die gemeinsame Zeit wird dabei bunt gestaltet: Entweder es wird 'Unterricht im klassischen Stil' (zu relevanten und aktuellen Themen in Affinität von 'Gemeinschaftskunde') gemacht oder ein 'erlebnis-, kultur- bzw. freizeitpädagogischer' Nachmittag durchgeführt.

Die Unterrichtseinheiten werden von den JMD-Mitarbeitern individuell und themenspezifisch vorbereitet und gleichen prinzipiell den Bildungsinhalten der Angebote für Integrationskursteilnehmer. Jedoch findet hier eine didaktisch und methodisch höhere Ausdifferenzierung statt, da die GAZ von heranwachsenden, pubertierenden Schülern (und nicht von jungen Erwachsenen) besucht wird.

Im Sinne von 'Erlebnis-, Kultur- und Freizeitpädagogik' werden regelmäßig Ausflüge in die Kasseler 'Museums-, Kultur- und Naturlandschaft' unternommen, denn Kassel hat mit dem Herkules, dem Schloss Wilhelmshöhe, dem Bergpark, der Löwenburg oder den vielfältigen Museen viel zu bieten. Auch der Naturpark Sababurg bei Hofgeismar stellt ein alljährliches Ausflugsziel dar, denn die dort vorzufindenden einheimischen Tiere kennen nur die wenigsten Jugendlichen in natura.

Im Gebäude der Schulsozialarbeit der GAZ wird gemeinsam gekocht, gebacken, gebastelt und gespielt. Diese niedrigschwelligen Aktivitäten stärken das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe und bauen eine Vertrautheit bzw. 'professionelle Beziehung' zwischen den Schülern und den JMD-Mitarbeitern auf. Gekocht werden meist Gerichte wie Spaghetti oder Pizza. Dies sind zwar nicht unbedingt deutsche Gerichte, sie haben jedoch in die deutschen Haushalte Einzug gefunden und sind neben ihrer schnellen Vor- und Zubereitung bei den Jugendlichen sehr im Trend. Selbstverständlich wird auf (religiös bedingte) Nahrungs- und Essgewohnheiten der Schüler Rücksicht genommen und diese auch thematisiert.

Traditionelle deutsche Feiertage und Feste wie Weihnachten, Ostern oder der Muttertag werden natürlich auch thematisiert und mit Aktivitäten wie Plätzchen backen, Weihnachtsgestecke basteln, Ostereier bemalen oder Muttertagskarten erstellen etc. vorbereitet. Ebenfalls sehr beliebt bei den Jugendlichen sind gemeinsame Fahrten ins Jugendzentrum im Grünen Haus, um im dortigen Internetcafé im Internet zu surfen oder Computerkurse durchzuführen. Selbstredend sind kollektive Ausflüge ins Schwimmbad oder ins Kino ein ebenso beliebtes Highlight.

Ältere Jugendliche, welche die Schule aufgrund ihres Alters schon bald wieder verlassen müssen, bekommen zudem Hilfen beim Schreiben von Bewerbung und Lebenslauf und erhalten ferner eine Berufswahlberatung.

Die JMD-Mitarbeiter sind fester pädagogischer Bestandteil der Deutsch-Intensiv-Klassen und stehen in sehr engem Kontakt zu den beiden Klassenlehrerinnen. Zudem nehmen sie regelmäßig an Klassenkonferenzen teil. Dabei geben sie den Fachlehrern aus einer 'anderen pädagogischen Sicht' Auskünfte und Hintergrundwissen über die Schülerinnen und Schüler und steigern somit deren schulisch/berufliche Chancen auf administrativer Ebene.